Ursprung und Geschichte

Auch wenn es sehr schwer ist, die Entstehung alter Rassen bis zum Ursprung zurückzuverfolgen, so ist man sich einig, dass der Mops aus Ostasien, sehr wahrscheinlich aus China stammt. Schon lange vor unserer Zeitrechnung war es Tradition, dass im alten China kleine Hunde gezüchtet wurden, die, wenn sie auch in Typ und Haarart variieren, eines gemeinsam hatten: Kurze, breite und flache Köpfe. Diese Hunde wurden in Palästen gehalten, mit Sorgfalt gezüchtet (die Zucht wurde von eigens dafür ausgebildeten Personen, zumeist Eunuchen, überwacht, und man kannte schon damals etwas ähnliches wie unsere heutigen Zuchtrichter) und galten als Kostbarkeit. Regelmäßig wurden solche Palasthunde zu besonderen Anlässen an andere Herrscherhäuser verschenkt.

Holland dürfte das erste europäische Land sein, das der Mops erreichte, und dies dürfte der 1602 gegründeten Niederländischen Ostindien-Kompanie zu verdanken sein. Wir wissen, dass Wilhelm der Schweiger einen Mops besessen hat, und die Tatsache, dass dieser Hund (genannt Pompey) seinem Herrn während der Schlacht zu Hermigny das Leben gerettet, als er ihn mit lautem Gebell vor einem Attentäter gewarnt hat, hat nicht nur maßgeblich den Verlauf der Geschichte beeinflusst, sondern dazu geführt, dass das Haus Oranien ab diesem Zeitpunkt ein ganz besonders enges Verhältnis zu der Rasse hatte.
So kam es, dass der Urenkel Wilhelm des Schweigers, Wilhelm III., eine große Anzahl von Möpsen mitbrachte, als er zur Thronbesteigung 1688 nach England segelte. Weitere Persönlichkeiten, von denen man weiß, dass sie einen Mops besessen haben, waren Napoleons erste Frau Josephine de Beauharnais, Königin Charlotte Mecklenburg.Strelitz, , Georg IV u.v.a.m. Dem Mops des Herzog von Württemberg wurde im Winnender Schlossgarten sogar ein Denkmal für seine Treue errichtet: Der Hund ging im Kriegsgetümmel der Türkenschlacht verloren und brachte es fertig, ganz allein den weiten Weg nach Hause zu finden!

Heute werden jährlich in Deutschland etwa 100 Mopswelpen eingetragen, in letzter Zeit erfreut sich die Rasse steigender Beliebtheit, so dass der Fortbestand im Moment gesichert ist.

Charakter und Eigenschaften:

Der Mops ist ein ausgeglichener, immer zu Späßen aufgelegter Hund, der sich dem Temperament seines Besitzers vollkommen anpasst. Seine Reizschwelle (so er denn überhaupt eine hat) liegt äußerst hoch, so dass Aggression, Bösartigkeit oder Streitereien mit Artgenossen praktisch nicht vorkommen. Er ist ohne Probleme zusammen mit anderen Hunden (vom Chihuahua bis zur Deutschen Dogge), Katzen oder anderen Haustieren gut zu halten. Auch für Kinder ist er ein immer spielbereiter Kamerad, der auch einmal einen kleinen Knuff ohne weiteres wegsteckt. Wind und Wetter machen ihm nichts aus, lediglich bei großen Anstrengungen bei hohen Temperaturen muss er aufgrund seiner kurzen Nase kapitulieren.
Besonders der sehr junge Mops hat ein ungeheures Temperament und scheint vor Energie fast zu platzen. Und genau da ist der Besitzer gehalten, regulierend einzugreifen, denn der Mops kennt seine Grenzen im wahrsten Sinne des Wortes oftmals nicht: Ich habe Möpse erlebt, die sich regelrecht zum Kollaps "getobt" haben. Man muss also in der Lage sein, für seinen Mops den Punkt zu erfühlen, wann es genug für ihn ist! Wenn dann mit etwa 2 Jahren die "wildeste Phase" überstanden ist, hat man damit keine Probleme mehr.
Der Mops braucht eine konsequente Erziehung. Konsequent deshalb, weil er immer wieder versuchen wird, durch irgendwelche Clownereien von Erziehungsmaßnahmen abzulenken, und wenn er erst einmal merkt, dass er mit dieser Methode erfolgreich ist, dann hat es sich sehr schnell auserzogen. Der Mops hat ein sehr scharfes Gespür dafür, wie ernst es dem Besitzer ein Befehl ist, und je nachdem wird er sich von bedächtig bis überhaupt nicht an eine entsprechende Anordnung halten. Möpsen sagt man häufig nach, sie seien stur und dickköpfig, Ich glaube nicht, dass das der Fall ist; ich sehe in entsprechendem Verhalten eher das Resultat einer inkonsequenten Erziehung. Der Mops möchte von seinem Besitzer ernst genommen und als Partner respektiert werden, dann wird er sich auch mit all seinem Vermögen bemühen, es seinem Herrn rechtzumachen.

Damit sich die vom Standard geforderte Kompaktheit und Festigkeit der Muskulatur  entwickeln kann, braucht der Mops ausreichend Bewegung und eine ausgewogenen Ernährung. Das "multum in parvo" wurde früher oftmals falsch interpretiert, und anstatt der Kompaktheit durch entsprechende Bemuskelung sah man häufig einfach dicke und überfütterte Möpse im Ausstellungsring. Da diese Tiere dann auch noch prämiert wurden und somit verstärkt in die Zucht gelangten, hat man unterschwellig eine Zuchtauslese in Richtung "guter Fresser" gefördert. Dies ist heute noch spürbar, und man muss stets ein Auge auf die richtigen Futtermengen haben, denn von alleine hört der Mops bestimmt nicht auf zu fressen, solange die Schüssel noch voll ist.

Bis auf eine gewisse Anfälligkeit für Augenverletzungen sind beim Mops keine Auffälligkeiten in Bezug auf gesundheitliche Probleme festzustellen. Bei vernünftiger Haltung und etwas Schonung im Hochsommer wird der Mops bei guter Gesundheit steinalt. Das Schnarrchen und Grunzen ist rassetypisch und darf getrost überhört werden. Ganz eigen ist dem Mops sein charakteristischer  Geruch, der sich allerdings nicht beschreiben läßt, den muss man "erlebt" haben.
In Bezug auf die Pflege ist ein regelmäßiges Sauber- und Trockenhalten der Falten zu beachten, weil sich sonst leicht Ekzeme bilden können. Das kurze Haar hat die unangenehme Eigenschaft, sich hartnäckig in Kleidung und Polstermöbel zu sticheln, so dass es nur schwer zu entfernen ist. Daher ist zu Zeiten des Umhaarens eine regelmäßige Bearbeitung des Fells mit einer Gumminoppenbürste ratsam, um möglichst viel ausfallendes Haar auf diesem Wege zu entsorgen.
Im Vergleich zum hellen Mops ist der schwarze etwas weniger kompakt im Körperbau, die Knochen sind meist nicht so kräftig und die Faltenbildung nicht so ausgeprägt. Während der Zeit des Umhaarens hat der schwarze Mops meist einen rötlichen Anflug und ist nicht mehr so lackschwarz. Der schwarze Mops hat auch selten eine so straffe Muskulatur wie der helle, und er ist im Durchschnitt etwas kleiner.

Wer sich einen Mops anschaffen will, sollte nur bei einem guten Züchter kaufen. Schon als Welpe ist der Mops ein ausgeprägter Individualist, der viel Aufmerksamkeit und Zuwendung braucht. Bei Massenhaltung und -zucht ist dieses nicht gewährleistet. Leider sind Mopswelpen so fatal niedlich, und schnell ist man versucht, aus sentimentalen Gründen "irgendwo einen mitzunehmen". Davor sollte man sich hüten, denn nur ein mit Sachverstand gezüchteter und entsprechender Kenntnis aufgezogener Welpe garantiert einen kerngesunden und wesenstypischen Mops.

"Der Ihnen sein Hundeleben lang Freude bereitet" ...